Tagebuch Qatani



13.04.2014 - Ein Vollbruder zu Quilebo wird geboren

Dem gewaltigen Bauchumfang nach zu urteilen, hätte Miami dieses Fohlen bereits deutlich früher zur Welt bringen müssen. Dennoch hat sie allen Regeln der Logik getrotzt und bis 3 Tage vor dem errechneten Termin durchgehalten.

Nach dem abendlichen Reinholen der Pferde in den Stall wollte ich mir noch schnell ein Abendessen organisieren, bevor ich die Nachtwache antrete. Da Miami sich voller Heißhunger auf ihre Kraftfutterration stürzte, ging ich davon aus so viel Zeit würde sie mir noch lassen. Zumindest bis zum Einbruch der Nacht pflegen Fohlenstuten schließlich gemeinhin mit dem Abfohlen zu warten. Meine kurzfristig herbeigeschaffte Pizza musste ich dann aber doch zwecks Hebammendiensten kalt werden lassen. Denn kaum war die Pizza fertig, lag Miami schon im Stroh in den Wehen. Bei einem Fohlen dieser Größe war dann ein wenig Geburtshilfe von Nöten. Der Bub kam aber komplikationslos innerhalb weniger Minuten zur Welt und die weitere Versorgung verlief absolut reibungslos.

 

 

 

Zum Fohlen begießen fand sich Gesellschaft ein, denn um kurz vor 20:00 Uhr ist eine  wirklich humane Uhrzeit, um ein Fohlen bei den ersten Aufstehversuchen zu begleiten. Da durfte ein Gläschen Sekt zur Fohlentaufe auch nicht fehlen. Weil der junge Mann nicht im Schatten seines Bruders stehen soll und doch ganz anders aussieht, verbat sich ein Quilebo II von allein: Qatani soll er heißen!

Die Namensgebung hat der junge Bub übrigens einem saudischen Pass zu verdanken, der mir von Berufs wegen in die Hände geriet. Herrn Al-Qatani sei für die unverhoffte Inspiration bei der Namenswahl hiermit ausdrücklich gedankt! (Wer sich als Züchter schon einmal mit der Wahl eines klangvollen Namens mit Q Gedanken gemacht hat, der nicht bereits x-fach vergeben ist, wird schnell feststellen, dass man für jede Anregung dankbar sein muss.)

 

 

14.04.2014 - Von den Leiden eines Züchters mit frühem Fohlen ;-)

Der April, der macht was er will! Jeder weiß es und trotzdem fallen die meisten Fohlen landauf landab in Züchterställen noch deutlich vor Beginn der Weidesaison. Mir ist an einem späten Geburtstermin gelegen, aber mitunter muss man Rossen nehmen wie sie fallen. Da Miami im ersten Anlauf aufgenommen hatte und übliche Tragzeiten unterschreitet, wurde mit Qatani unser erstes Fohlen im April geboren.

Eigentlich nicht weiter dramatisch. Dass ich mich bei den Nachtwachen bei 2°C in mein warmes Bett zurück sehnte, dürfte klar sein. Aber der Ärger fing damit ja erst an! Petrus bescherte mir am ersten Lebenstag meines April-Fohlens 6°C und sintflutartige Regenschauer, begleitet von Graupel und Sturmböhen.

Nun soll jedes meiner Fohlen schon vom ersten Tag an so viel Frischluft und Bewegung erhalten wie nur möglich. Also raus mit Stute und Fohlen bei Fuß! Und schnell wieder rein, sobald der Himmel seine Schleusen wieder öffnet... Zum Glück stellt sich heraus, dass mein April-Fohlen äußerst gut koordiniert ist, sehr agil auf seine Füße springt und seiner zuverlässig besorgt brummelnden Mutter brav bei Fuß folgt. So schaffe ich es an diesem Tag gefühlte 20 Mal die Stuten ohne fremde Hilfe von der Koppel in die Box und zurück zu manövrieren. Wenn nur alle Fohlen so pflegeleicht wären!

Fest steht aber jetzt schon: Die Fohlenrosse von Miami wird nicht genutzt und ich freue mich jetzt schon auf meine weiteren späten Fohlen, die -wie man so schön sagt- "ins Gras fallen".

 

Nachtrag: Die Beschwerdestelle bei Petrus scheint zu funktionieren - es war der einzige miese Tag für lange Zeit. Qatani genießt den Sonnenschein draußen in vollen Zügen!

 

 

 

06.05.2014 - Erste Ausflüge

Halfterführig kann ein Fohlen in meinen Augen nicht früh genug sein! Es ist so viel leichter die Zwerge schon früh an Halfter und Führübungen zu gewöhnen. Nach ein paar Vorübungen auf heimischen Terrain geht es dann bald raus in die Landschaft. Im Alter von 3 Wochen klappt das hier schon recht gut.

 

 

 

 

 

01.06.2014 - Liebesbekundungen vom Dackel

Nach ersten kritischen Blicken siegt die Neugierde. Der haarige Besucher auf der Weide wird auch aus der Nähe unter die Lupe genommen. Darauf folgende Liebesbekundungen vom Dackel werden duldsam ertragen.

 

 

 

 

 

24.10.2014 - Keine Chance den Milchdieben!

Nachdem Qatani abgesetzt ist, versucht er regelmäßig bei Lucy am Euter anzudocken. Weil Lucy ihn kategorisch fortscheucht, lauert er vernünftigerweise auf seine Chance wenn sie a) durch Heu fressen abgelenkt ist und b) ihr Fohlen Diamond gerade bei ihr säuft. Eine geniale Idee, denn diese Taktik verspricht größere Chancen auf Erfolg. Hier ein Schnappschuss von seinen Diebeszügen, die dann in diesem Fall blöderweise durch Diamonds Wachsamkeit vereitelt wurden.

 

Lucy abgelenkt, Diamond säuft...

es pirscht sich der Milchdieb heran...

aber Diamond ist nicht bereit zu teilen!

 


06.11.2015 - Stallwechsel

Qatani ist in Sachen Reisen schon recht zuverlässig und wie erwartet brav eingestiegen, als es für ihn ganz allein in die neue Heimat ging. Wie bereits Ben vor ihm in 2011 hat Qatani nach einigem Bangen, ob nach kurzfristiger Anmeldung wohl noch ein Platz für ihn frei ist, in die Youngster-Gruppe des Waldhofes in Hessen umziehen dürfen. Ich freue mich ihn dort in guten Händen und bestens versorgt zu wissen.

 

 

 31.05.2015 - Popo-Parade

Qatani ist der Größte! O.k., die anderen Youngster werden vermutlich nicht dieselbe Endgröße erreichen, wie Qatani, aber der junge Mann (2. von links) ragt doch ganz erheblich aus der Gruppe heraus. Wo will er nur hinwachsen?

 

 

 

 


20.07.2015 - Auf in die neue Heimat!

Heute gab es Besuch aus dem Münsterland, denen Qatani so gut gefiel, dass der junge Hengst nach weniger als einer halben Stunde verkauft war. Das ging aber schnell! Er hat sich aber auch trotz aller Coolness wirklich schön in der Halle präsentiert, da ging mir zwischenzeitlich das Herz auf. Mustergültig brav hat er sich prompt verladen lassen und keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass er eine gute Kinderstube genossen hat. In der neuen Heimat stehen ihm sportlich alle Wege offen und ich will hoffen, dass man von ihm hören wird.

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