Spanien aus Reitersicht


Spanien ist ein Land, dessen Traditionen eng mit seinen Pferden verknüpft sind. Am weitesten verbreitet ist in Spanien natürlich die heimische Rasse, das Pura Raza Espanola (kurz PRE). In Jerez de la Frontera begannen Kartäusermönche bereits im 15. Jahrhundert eine vom Königshaus und Adeligen geförderte Pferdezucht. Diese gilt als Beginn der Cartujanos, die als besonders edle Variante des PRE gelten. Die Cartujanos werden noch heute im Gestüt Córdoba gezüchtet, dem traditionsreichen Zentrum der militärischen Reitkunst Spaniens. Die Dressureignung dieser Pferde bis zur Hohen Schule ist legendär.

In Deutschland ist gern schon mal von einem "Andalusier" die Rede, was eher als Oberbegriff für ein iberisches Pferd zu verstehen ist. Die Gleichstellung von Andalusiern mit Friesen, weil sie beide unter dem Oberbegriff "Barockpferd" genannt werden, ist echter Frevel. Denn mit den kaltblütigen Genossen haben die heißblütigen Spanier so gar nichts gemein! Sie sind deutlich nobler, temperamentvoller und vor allem auch leichtfüßiger unterwegs.

 


Die Region Andalusien im Süden Spaniens ist die Hochburg der Pferdezucht. Beinahe jeder Züchter hat sein eigenes Brandzeichen, weswegen es gut 3.500 verschiedene Brände in Spanien gibt. Das Brandzeichen gilt nicht wie in Deutschland als Zeichen von Reinzucht, sondern ist vielmehr ein Hinweis auf die Herkunft des Pferdes. Je größer das Brand den Pferdehintern ziert, desto besser! Der Spanier ist stolz auf sein Pferd und reiterliche Traditionen. Fein herausgeputzt werden Ross und Reiter zu den Ferias, den Festen zu Pferd, hergezeigt.

 

 

 


 Sevilla und Umgebung 2004


Meine Reise führt mich per Auto von England (Leicester), über die Fähr-Verbindung Dover-Calais, durch Frankreich komplett hindurch (Paris, Bordeaux, Bayonne), über den spanischen Norden (Bilbao), bis hinunter in den spanischen Süden (Sevilla). Es geht weiter über Landstraßen nach Castilblanco de los Arroyos zu meiner Unterkunft. Von dort aus unternehme ich in den nächten 3 Monaten Tagestouren nach Sevilla, Jerez de la Frontera und Tarifa.

 

Dover

Calais

Bilbao

 

In Sevilla ziehen Kutschen die Touristen durch die Altstadt. Im Park Maria Luisa am Fluss Guadalquivir lässt es sich auch in der Hitze des Mittags aushalten. Die Spezialitäten des Landes, wie der Sherry, die Tapas und der Schinken, haben es mir bald angetan.

 

Kathedrale von Sevilla

Torre del Oro

 Altstadt Sevilla

Kutsche in Sevilla

 

Sevilla

Altstadt-Flair

Fluss Guadalquivir

 

Tarifa (von der Düne aus)

Paradies für Surfer -  High Wind Area

Tarifa (vom Hafen aus)

 

 

Das Umland von Castilblanco de los Arroyos ist von Naturschutzgebieten umsäumt. Die Landschaft ist geziert von Steineichen und Korkeichen, so weit das Auge reicht. Knorrige Bäume, steinige Böden und urtümliche Landschaften. Die Korkeichenwälder bieten Wildtieren wie Wildschwein, Hirsch und Reh einen Lebensraum, weswegen die Region auch ein beliebtes Jagdgebiet ist.

 

Korkeichen

Fluss

Stausee


 

Im ländlichen Raum trifft man auf den großen Haciendas auf halbwild lebende Pferdeherden. Die Pferde können sich auf den riesigen Arealen der Farm frei bewegen und werden im Bedarfsfall zur Arbeit an den Rinderherden eingesetzt. Den Rest der Zeit ziehen die Stuten und Wallache oft halb wild über die riesigen Flächen. Erst wenn sie gebraucht werden, werden sie von den Reitern eingefangen und zum Umtrieb der Herden herangezogen. Worte wie Muskelkater oder Kreuzverschlag sind scheinbar Fremdworte, das Pferd soll sich in den Tagen, wo es nicht gebraucht wird, erholen. Gebrauchspferde im wahrsten Sinne des Wortes. Geröll und ausgetrocknete Flussbetten werden in weiten Sprüngen durchquert, das Pferd soll dabei gefälligst selbst auf seine Füße achten. Wer hier stolpert, ist als Arbeitspferd nicht zu gebrauchen. Die harte Arbeit sorgt für genügsame Pferde.

 

 

 


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