Mit einem Halbblüter zum Deutschen Fohlenchampionat 2012

 

 

01.07.2012 - Die Qualifikation

Nur wer wagt, gewinnt.

Getreu diesem Motto habe ich nach reiflicher Überlegung die Entscheidung getroffen Quilebo für die Qualifikation zum Deutschen Fohlenchampionat in Voerde am letztmöglichen Qualifikationstag anzumelden. Nicht, dass ich an Quilebo gezweifelt hätte, aber die Frage, ob die Qualität eines Fohlens mit solch einer ungewöhnlichen Abstammung von den Richtern entsprechend gewürdigt würde, drängte sich doch auf.

Außerdem konnte seine Wachstumsphase zu diesem Zeitpunkt nur mit deutlich überbaut und schlacksig bezeichnet werden, sein Fohlenfell wirkte zudem wie von Motten angefressen. Mein König des Understatements ließ zwar seine Bewegungs-Talente zuhause durchaus erahnen, aber als einziger Halbblüter im gesamten Lot (und einer Vorliebe für flotten Galopp und wilde Bocksprünge!) ging ich trotz aller Überzeugung ein gutes Fohlen mitzubringen mit gemischter Erwartungshaltung an die Veranstaltung heran. Hauptsache er benimmt sich ordentlich und entdeckt ein bisschen die große weite Welt.

Das hat er auch! Wer ihn an diesem Tag gesehen hat, der wird bestätigen, dass Quilebo sich nicht nur ausnehmend gut bewegte, sondern bei der Aufstellung zur Exterieur-Beurteilung sich mit so viel Selbstbewusstsein in Pose warf, dass es eine wahre Freude war. Noch erfreulicher war der daraus resultierende 2. Platz mit 9er Bewertungen auf die Bewegungsqualität gegen lauter Dressurfohlen. Und natürlich die Qualifikation für Lienen!

 

 

 

14.-15.07.2012 - Das Fohlenchampionat

Nach kurzem Zögern, ob Lienen -mit den schicksten Fohlen eines Jahrgangs vornehmlich mit Dressurabstammung- der richtige Ort war, um meinen springbetonten Halbblüter vorzustellen (zumal eine Unterbringung in den winzigen Stallzelt-Boxen unumgänglich war und der Trubel für die frisch besamte Miami wohlmöglich doch zu viel sein könnte) folgte so viel positives Feedback und Aufmunterung, dass die Entscheidung tatsächlich hinzufahren dann doch leicht fiel.

 

(Foto: Fotohaus Kiepker)

      

 

Und dann war es am Samstag soweit! Nach einer leider reichlich untertourigen Trab-Vorstellung mit schöner Mechanik aber höchstens 80% der gewohnten Dynamik, wurde die Schrittrunde zum vollen Erfolg. Hier zeigte sich Quilebo sehr gelassen, marschierte Runde für Runde immer lockerer dahin, schnaubte ab und konnte seinen Bomben-Schritt bestens präsentieren. Nur leider werden Fohlenschauen üblicherweise im Trab entschieden.

Mit 83,33 Punkten reichte die Gesamtwertung für einen guten 5. Platz bei den springbetont gezogenen Hengstfohlen. Allerdings gaben die Richter einem Fohlen mit geringerer Punktzahl und einer „richtigen“ Springabstammung den Vorzug für den For Pleasure-Ring und verliehen Quilebo stattdessen einen „Sonderpreis für das beste blutgeprägte Fohlen“ – eine Premiere, die wohl ganz im Sinne des Slogans „Mut zum Blut“ steht und gern weiter Schule machen dürfte!

Bei der Ehrenrunde am Finaltag stellte Quilebo dann vor vollen Zuschauerrängen endlich seine ganze Bewegungsqualität in einer Trabrunde zur Schau. Die darauf folgende Welle aus Gratulanten, teils wildfremde Stimmen aus dem Publikum, ließen mich vor Freude strahlen! Insbesondere die lobenden Worte seitens des Oldenburger Zuchtleiters Herrn Dr. Schulze-Schleppinghoff höchstselbst bestätigen mich in der Wahl meines neuen Zuchtverbandes.

 

 

Pressespiegel

Die Zeitschrift St. Georg erwähnt den Erfolg meines kleinen Halbblüters; wenn auch mit Tippfehler bei der Nennung des offensichtlich nicht geläufigen Muttervaters. (Link zum Artikel)

 

Die Zeitschrift Reiter Revue 09/12 bringt sogar einen Artikel mit Foto von Quilebo vom Erfolg in Lienen. (Download)

 

 

Nachwort

Ohne zu zögern behaupte ich, dass der kleine Quilebo trotz vielfältiger neuer Eindrücke einen durchweg positiven Eindruck von diesem Schau-Spektakel mit nach Hause genommen hat. Miami war ihm mit ihrem gewohnt unkomplizierten Reiseverhalten ein gutes Vorbild und seine coole und selbstbewusste Art tat das übrige dazu. Trotz der knapp bemessenen Stallzelte war es mir auch problemlos möglich Miami und Quilebo regelmäßig an der Hand grasen zu lassen und früh und spät ein wenig Freilauf und Wälzen zu ermöglichen. Ein bisschen die Seele baumeln lassen musste bei diesen beengten Verhältnissen zum Ausgleich auch einfach sein!

Am Ende bleibt mir den Leuten zu danken, die diesen perfekten Ablauf möglich gemacht haben: Das Team aus Pferdefrisör, Chauffeur und die Unterstützung bei der Betreuung und Vorstellung der Pferde vor Ort machten es erst möglich diesen 3-Tage Marathon so erfolgreich zu bewältigen und den „kleinen Champion“ wieder gesund und munter heim zu bringen.

 

 

Stress pur am Finaltag in Lienen ;-)

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