Warum Arezzo VDL?

 

 

 

Chin Chin

Constant

Cor de la Bryère

Ella

Larese

Farnese

Cesta

Sarjolijn

Heartbreaker

Nimmerdor

Bacarole

Farjolijn

Renville

Parjolijn

 

 

Eigenleistung

Der Hengst überzeugte schon früh mit tollem Vermögen bei nahezu perfekter Manier am Sprung. Weiterhin zählen unheimlich viel Gummi, Balance und Rittigkeit zu seinen großen Stärken. Der Hengst zeichnet sich durch einen starken Rücken und ein gutes Fundament aus. Auffallend sind außerdem die guten Charakter- und Rittigkeitswerte des Hengstes, der sich im Handling stets äußert unkompliziert gibt. Diese innere Ruhe ist für ein Sportpferd dieser Güte besonders beeindruckend.

Die hohen sportlichen Erwartungen konnte der Hengst bereits in ersten Jungpferdeprüfungen mit einem Sieg bei der Hengstleistungsprüfung 3-jährig und einem 5. Platz bei den Niederländischen Meisterschaften für junge Pferde 5-jährig erfüllen. Bei den Weltmeisterschaften für junge Pferde im selben Jahr in Lanaken konnte er ebenfalls überzeugen.

Was bisher eher nach Qualitäten für eine Springpferdeprüfung erinnerte, bewährt sich in den letzten Jahren im Beritt von Jessica Kürten auch im großen Sport. Der Hengst versteht es seine herausragende Technik auch über höhere Abmessungen zu zeigen und beweist nun auch, dass er im Stechen gegen die Uhr eine ebenso gute Figur macht. Er hat sich mittlerweile auf 5-Sterne Niveau etablieren können, u.a. mit einem Sieg und vielen Platzierungen in Basel, Zürich, Paris und s-Hertogenbosch allein in 2014 vor Beginn der Decksaison. Eine herausragende Leistungsbilanz für einen Deckhengst!

 

Abstammung

Das Pedigree von Arezzo VDL ist in Sachen Leistungsdichte unheimlich interessant: Ganze 5 Generationen der fallenden Hengstlinie sind internationale Sportpferde, die wiederum selbst internationale Springpferde zeugen konnten. Das ist Leistungsselektion auf höchstem Niveau!

 

Der Vater Chin Chin hat unter dem Mexikaner Jaime Azcarraga eine hocherfolgreiche Karriere im Sport gezeigt. Die Krönung seiner Karriere ist die Teilnahme an der Olympiade in Seoul, wo er in der Einzelwertung den 6. Platz belegte, sowie in Barcelona. 1990 startet bei den ersten Weltreiterspielen in Stockholm. Platziert im Weltcupfinale in Dortmund und Tampa (1989 und 1990). Seine Nachkommen haben seine Legende weitergeführt.

Internationale Sportpferde: Phin Phin, Sancha LS, Eureka van’t Roosacker, Winn Winn, Ta Belle van Sombeke, Triomphe de Muze, Querly Chin, Tolano van't Riethof und Riot Gun van de Padenborre.

Gekörte Söhne: Classe, Chin Win, Chin Champ, Chin Top, Chin Quidam, Zapatero VDL, Zelote VDL

 

Stutenstamm

Aber nicht nur die Väter können mit Leistung glänzen! Auch der Stutenstamm des Arezzo ist ein Erfolgsgarant: Neben Arezzo stammt auch das internationale Springpferd The Fly von Iroko aus dieser Mutter. Halbgeschwister zur Mutter sind die internationalen Springpferde Dragonfly/ Nicole Shahinian-Simpson und Nacorde/ André Thieme (LGS: 270.925€, u.a. Sieger im Hamburger Derby 2007, 2008 & 2011). Seine Großmutter Parjolijn ist Mutter des Grand Prix Springpferdes Easyboy von Zevenster. Interessant ist zudem die Inzucht auf den Vollblüter Courville xx auf Mutterseite.

 

 

Nachzucht

Die Nachkommen des Arezzo wissen mit Leichtfüßigkeit und ordentlichen Grundgangarten zu gefallen. Insbesondere der Schritt und Galopp verdienen hier besondere Erwähnung. Der Hengst verhilft seiner Nachzucht zu viel Vermögen und Technik am Sprung.

Die Nachzucht hat oft eine gut gelagerte Schulter, Rücken und Kruppe fallen mit stark bemuskelten aber manchmal etwas knappen Partien auf. Die Korrektheit der Nachkommen ist durchweg hervorragend. Die sehr guten Röntgenbefunde seiner Nachkommen verdienen ebenfalls Erwähnung, da er in dieser Hinsicht mit seinen ersten Jahrgängen die Hengstrangierung beim KWPN anführen kann.

Wo Licht ist, darf auch Schatten sein. Die Größe der Nachkommen ist öfter mal im unteren 1,60er Bereich anzutreffen, was sich wohl bereits durch die Heartbreaker-Mutter mit mäßiger Größe von 1,64m abzeichnet. Die Nachkommen wirken trotz häufig edlen Köpfen ohne ausreichende Blutzufuhr auf Mutterseite schnell blutleer, knapp im Rahmen und kurzbeinig. Die Stute sollte daher nach Anpaarungs-Empfehlung des KWPN selbst Blut und genügend Linie mitbringen, sowie ausreichend Bergauf konstruiert sein.

 

Warum an Miami Song?

In vielen Gesprächen mit anderen Züchtern heißt es „nutze doch diesen Hengst, der braucht Blut, da hast du genau die richtigen Stuten für“. Bei diesen Worten muss ich im Regelfall höflich aber entschieden ablehnen. Denn einen Hengst der Blut braucht, möchte ich aus Prinzip nicht nutzen. Die Tage der kapitalen Springpferde ohne Blut sind in meinen Augen gezählt und ich möchte einen Hengst nutzen, der in seiner Selbstdarstellung bereits nahe an meinem Ideal liegt. Mein Ideal ist nunmal ein blütiges Springpferd und das sollte nicht nur auf Mutterseite vorhanden sein. Zu groß ist mir das Risiko Einstellung und Geist einzubüßen.

Bei einer Vollblutstute ohne konsolidierte Springveranlagung schadet es dagegen nie auf Vermögen auf Vaterseite zu vertrauen. Aber die üblichen Verdächtigen, wie das holsteiner Capitol-Blut, lassen in meinen Augen oftmals Geschicklichkeit und Geist vermissen. Mit Arezzo präsentiert sich ein Hengst, der trotz für ein Springpferd eher knappem Blutanteil von 38%, im Parcours mit ganz viel Geist und Geschick auffällt. Dieser Hengst hat die Reflexe und das Vermögen für den großen Sport und passt in seiner Selbstdarstellung voll und ganz in mein Beuteschema.

Ich denke Arezzo kann von den Linien und dem Bergauf von Miami profitieren, die sie bereits zuverlässig an ihre beiden Quattro-Söhne gezaubert hat. Ich erwarte mir ein kompaktes Kraftpaket mit wohlmöglich nicht der letzten Bewegungsqualität, aber dafür einer sehr guten Galoppade und der nötigen Klasse am Sprung.

Einzig bei der Größe muss ich hoffen und bangen, dass mir die Genetik wohlgesonnen ist. Wobei ich das kaum als ernsthaften Makel verstehe, sondern lediglich als Vermarktungsproblem (Siehe Artikel: Die Sache mit der Größe). Ein Pferd im mittleren Maß um 1,65m ist für mich keine Einschränkung. Erst recht nicht, wenn das Ziel ein Stutfohlen zur Weiterzucht ist. Denn wenn eine Sache leicht in der weiteren Anpaarung abzusichern ist, dann die Größe der Nachkommen. Zum einen, weil Größe in unserer heutigen Sportpferdezucht ein Merkmal ist, das ausreichend in der Population vorhanden ist und zudem noch mit einer hohen Erblichkeit einhergeht. Diesen „Makel“ in der F2 wieder auszumerzen dürfte daher kein Problem darstellen und ich nehme ihn hier bewusst in Kauf.

Arezzo ist mir bereits als junger Hengst positiv aufgefallen in Sachen Vermögen und Manier. Allerdings blieben damals Zweifel darüber vorhanden, ob der Hengst mit seiner Springpferdemanier wohl gegen die Uhr bestehen würde. Aber es war jedenfalls ein Hengst, den ich für eine mögliche Anpaarung im Blick behielt. Man stelle sich also meine Überraschung vor, als ich erfuhr, dass Zuchtlegende Otto Boje Schoof die Mutter von Miami Song 2011 an Arezzo anpaarte. Von den hunderten wenn nicht tausenden von in Frage kommenden Hengsten ausgerechnet den Arezzo, den ich ebenfalls für meine Miami in Reserve hielt. Dieser „Zufall“ bestärkte mich noch mehr in meinem Vorhaben, denn offensichtlich haben wir unabhängig voneinander dieselben Qualitäten in dem Hengst gesehen, die zu dieser Stute passen. Wenn das kein gutes Omen ist!

 

 

Update 10/2014: Miami hat resorbiert und daher wird es leider kein Fohlen von Arezzo aus meiner Zucht geben.

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